Inklusion


Inklusion – was ist das?

(ein Erklärungsversuch)

  • Inklusion setzt ein verändertes Verständnis von Normalität und Vielfalt in einer  Gesellschaft voraus und unterscheidet sich in zentralen Punkten von der Integration:

– Integration will den Menschen mit Behinderung in ein bestehendes System einpassen.

  • Inklusion betrachtet jeden Menschen von Anfang als gleichwertigen Teil der Gesellschaft.
  • Inklusion nimmt keine Unterteilung in Gruppen (Menschen mit Behinderung, Frauen, Menschen mit Migrationshintergrund etc.) vor, sie will das System (z.B. Krippe, Kindergarten, Schule, Arbeit, Wohnen) an die Bedürfnisse der Menschen anpassen.
  • Inklusion basiert auf dem „Diversity“-Ansatz: Die Unterschiedlichkeit aller Menschen ist kein zu lösendes Problem, sondern eine Normalität. An diese Normalität wird das System angepasst und nicht umgekehrt.
  • Nicht mehr die Frage danach, ob ein Kind aufgenommen werden kann,
  • sondern  vielmehr die Frage, wie sich eine Einrichtung verändern muss, um ein Kind mit  seinen individuellen Bedürfnissen aufnehmen zu können, muss im Vordergrund von  konzeptioneller Arbeit und pädagogischem Handeln stehen.
  • Kindertageseinrichtungen und Schulen müssen unter der Zielsetzung der Realisierung von Inklusion so ausgestattet werden, dass sie jedes Kind aufnehmen können.

 

In Niedersachsen wird die inklusive Schule verbindlich zum Schuljahresbeginn 2013/14 eingeführt. Das hat der Niedersächsische Landtag am 20. März 2012 mit breiter Mehrheit beschlossen. Die inklusive Schule ermöglicht den Schülerinnen und Schülern einen barrierefreien und gleichberechtigten Zugang zu den niedersächsischen Schulen.

Eltern von Schülerinnen und Schülern mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung erhalten ein Wahlrecht, ob ihr Kind die allgemeine Schule oder eine Förderschule besuchen soll. Sie werden durch die Schulen und die Niedersächsische Landesschulbehörde umfassend beraten.

Grundschulen nehmen ab 1. August 2013 alle Schülerinnen und Schüler mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung im Förderschwerpunkt Lernen im 1. Schuljahrgang auf.

Kommunale Schulträger können auch entscheiden, dass sie in ihrem Bereich bereits ab 1. August 2012 starten.
Für alle Förderschwerpunkte außer Lernen, Sprache und emotionale und soziale Entwicklung können für einen Übergangszeitraum bis 2018 Schwerpunkt-Grundschulen eingerichtet werden.

Weiterführende Schulen nehmen ab 1. August 2013 aufsteigend mit dem 5. Jahrgang Schülerinnen und Schülern mit einem Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung in allen Förderschwerpunkten im Sekundarbereich I entsprechend der Elternwahl auf.

Die Einrichtung von Schwerpunktschulen ist für einen Übergangszeitraum bis 2018 möglich. Danach ist jede Schule jeder Schulform eine inklusive Schule.

Förderschulen bleiben mit folgenden Schwerpunkten bestehen:

o Emotionale und Soziale Entwicklung

o Geistige Entwicklung

o Hören

o Körperliche und Motorische Entwicklung

o Lernen (nur Sekundarbereich I)

o Sehen

o Sprache

Der Primarbereich der Förderschule Lernen läuft ab 1. August 2013 aufsteigend aus.

Die Förderschulen arbeiten zugleich als sonderpädagogische Förderzentren. Unter anderem planen, steuern und koordinieren sie den Einsatz der Förderschullehrkräfte in den allgemeinen Schulen.